Kommunikation ist, was man daraus macht

Gern geschehen!

Wir alle erleben Situationen, in denen wir anderen Menschen helfen oder sie unterstützen können. Ich spreche hier nicht von beruflichen Beratungssituationen, in deren Folge es für alle Beteiligten sonnenklar ist, dass dafür ein Honorar berechnet oder bezahlt wird.

Ich denke mehr an eine Situation, wie die Folgende: Sie waren in der Lage und konnten jemandem unentgeltlich helfen oder jemandem einen Gefallen tun. Sie konnten entweder durch Ihr Wissen Soforthilfe anbieten, oder aber auch durch Ihre Beziehungen schnell und unbürokratisch weiterhelfen. Sie haben es gerne und vor allem aus freien Stücken getan. Ihr Gegenüber ist Ihnen für Ihre rasche und freundschaftliche Hilfe sehr dankbar. Ohne Ihre Unterstützung hätte er wahrscheinlich viel Zeit und möglicherweise auch Geld ausgeben müssen, um eine Lösung zu erreichen. Für ihn war Ihre Hilfe sehr wertvoll, er teilt Ihnen das auch mit und bedankt sich bei Ihnen.

Wir reagieren Sie darauf – oder wie reagieren wir fast alle, üblicherweise darauf?

  • „Ist doch gar nicht der Rede wert“
  • „Passt schon“
  • „Gern geschehen“
  • „Eh klar“
  • „Hab‘ ich doch gern gemacht“
  • „Gar kein Problem“

Diese Antworten sind durchaus nicht falsch, keineswegs. Sie sind allerdings suboptimal, weil Sie sich damit unter Wert verkaufen für das, was Sie geleistet haben. Die wirklich beste Reaktion auf ein Danke für eine Gefälligkeit ist:

„Ich weiß, Sie würden für mich dasselbe tun“

Wenn Sie so antworten, teilen Sie der anderen Person noch viele weitere Botschaften mit.

Zum einen drücken Sie damit ganz deutlich aus:

  • Ich weiß Sie sind eine ehrenwerte Person.   
  • Ich erkenne, dass Sie meine Unterstützung als wertvoll betrachten.
  • Ich vertraue Ihnen.

Zum anderen drücken Sie mit dieser Antwort auch eine Erwartungshaltung aus:

  • Sie verdanken mir etwas.
  • Sollte ich eines Tages Unterstützung brauchen, traue ich mich, bei Ihnen nachzufragen.
  • Sie verdanken mir etwas und eines Tages hoffe ich, dass Sie es mir zurück geben.

Viele Menschen, denen wir diese Empfehlung geben, lehnen diese Form von Antwort empört ab. Wir hören Argumente wie:

  • Ich helfe doch jemandem nicht, um später dann davon profitieren zu wollen.
  • Es gehört sich einfach nicht, für Hilfeleistungen eine Gegenleistung zu erwarten – das wäre dann ja wie ein Handel.
  • Wenn Großzügigkeit ein Wert sein soll, der Vertrauen schafft und Beziehungen vertieft, dann helfe ich doch anderen nicht nur, damit Sie dann umgekehrt mir einen Gefallen tun.
  • Ich helfe anderen, weil Freunde Freunden helfen. Würde ich mir eine Gegenleistung erwarten, würde ich damit meine Hilfestellung wie ein Geschäft betreiben und die Beziehung entwerten.

Geschäftsbeziehungen und genauso private Beziehungen sind nicht entweder unehrenhaft oder ehrenhaft. Beziehungen lassen sich niemals so einfach differenzieren. Wir Menschen sind soziale Wesen und wir alle leben davon, dass wir Geben und Annehmen können. Das Geben hat schnell wertvolle Beachtung und viele von uns sind darin ausgezeichnet – Gut so! Genauso schnell ist das Nehmen negativ bewertet und fällt in unserer Wertschätzung tief. Wer nimmt, wird missachtet. Wer gar um Hilfe bittet und annimmt, erhält kaum unsere Wertschätzung, ganz im Gegenteil – schnell wird er als egoistisch, selbstsüchtig oder gar opportunistisch gesehen.

Dabei sind es die Werte Großzügigkeit und Aufrichtigkeit, die aus unserer Sicht heutzutage wichtiger sind als jemals zuvor. Nur wer beides kann, Geben und Nehmen, wird sich in gesunden privaten Beziehungen wohl fühlen. In Geschäftsbeziehungen sind genau das jene Eigenschaften, die uns und andere weiter bringen können. Geben und Nehmen sind wechselseitig wirksam. Nur wer aufrichtig gibt, kann auch aufrichtig nehmen und muss nicht ständig mit seinen eigenen Interessen hinterm Berg halten. Wir meinen, dass es genau diese Ehrlichkeit ist, die unsere Beziehungen, seien es private oder geschäftliche, tief, innig und ehrenhaft macht.

„Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe!“ – „Ich weiß, Sie würden für mich dasselbe tun“ Viel deutlicher können Sie kaum zeigen, dass Sie ehrlich geben können und genauso selbstbewusst andere um Hilfe fragen und auch annehmen können. Es ist nichts Falsches daran.

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