Das Zuhören

Nehmen Sie Ihren Gesprächspartner ernst

Der Duden erläutert das Verb „zuhören“ wie folgt: Etwas akustisch Wahrnehmbarem hinhörend folgen, sich ihm aufmerksam zuwenden.

Bereits diese Definition signalisiert deutlich, worum es beim Zuhören geht: Zuhören bedeutet eine bewusste Anstrengung, um den anderen zu verstehen. Eine bewusste Anstrengung meint persönlich aktiv sein und eine Entscheidung, dies auch zu wollen. Während Sie diese Zeilen lesen, hören Sie möglicherweise viele Dinge: Draußen pfeifen Vögel, im Zimmer brummt der PC, nebenan klappert wer mit Geschirr. Und doch hören Sie diesen Geräuschen nicht zu, Sie nehmen sie höchstens unterschwellig wahr.

„Leider treten wir mit unseren Kontrahenten nur zu oft so in Dialog, indem wir mit dem Mund zuhören statt mit unseren Ohren.“

Wenn Mitarbeiter sich von ihren Chefs etwas wünschen könnten, dann wäre es in sehr vielen Fällen wohl: „Hören Sie doch bitte zu!“ Es gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen zu verstehen und verstanden zu werden. Der sicherste Weg um Menschen zu verstehen, ist, ihnen zuzuhören.

Wir alle haben uns bestimmte Verhaltensweisen angeeignet, mit denen wir im Alltag unseren Gesprächspartnern begegnen. Bei genauerer Betrachtungsweise hindern uns unsere eigenen Gewohnheiten daran ein guter Zuhörer zu sein.

1. Wir diskriminieren andere

Ob wir es wahr haben wollen oder nicht, unsere Wahrnehmungen durchlaufen vorgeschaltete Filter, die uns dazu verleiten unsere Gesprächspartner zu bewerten. Solche Filter verleiten uns Menschen nicht mehr wirklich zuzuhören, weil wir sie gewissermaßen bereits „ausgefiltert“ haben.
Beispiele für Filter: Alter, Geschlecht, Religionszugehörigkeit, Kleidung, Stimme, Ausdrucksweise, Redegeschwindigkeit oder Lautstärke, …


2. Wir lassen uns von Vorurteilen leiten

„Wir kennen ja unsere „Pappenheimer“ und unsere Sensibelchen.“ Besonders Gesprächspartnern, mit denen wir bereits unangenehme Vorerfahrungen gemacht haben, stecken wir nur allzu gerne in Schubladen. Bevor wir bereit sind diese wieder zu öffnen, muss vorher schon einiges passieren. Gerade, wenn uns selbst auffällt, dass wir bereits zu Beginn eines Gesprächs davon ausgehen, dass wir sowie so schon wissen, wie es verlaufen wird, sollten wir unsere Antennen ganz besonders auf Empfang stellen und zunächst einmal uns selbst genau beobachten.


3. Wir hören ungenau zu

Vermeintlich alltägliche Gesprächssituationen verleiten uns weniger zuzuhören. Wir sind schon dabei unsere Antwort zu formulieren, während der Gesprächspartner noch lange am Reden ist. Details, oder wirklich Neues können wir somit gar nicht mehr wahrnehmen. Dass unsere Gesprächspartner sich dadurch wenig verstanden fühlen, ist nicht weiter verwunderlich.


4. Wir sind unaufmerksam

Was erwarten wir uns von anderen, wenn wir selbst etwas mitzuteilen haben? Ganz klar: Wir wollen die ungeteilte Aufmerksamkeit! Viele Menschen erzählen, sie würden die Anliegen Ihrer Kunden ja schon kennen, die Mitarbeiter wollten auch immer nur dasselbe – Was eigentlich? – und daher mache es keinen Unterschied, wenn sie zwischendurch einmal schnell E-Mails abrufen, oder so nebenbei die Post durchblätterten. Tatsache ist aber: Sie hören von diesem Moment an nicht mehr richtig zu.


5. Wir hören immer auf die selbe Art und Weise zu

Wer nur auf eine Weise zuhört und immer dieselbe Körpersprache benutzt, wird früher oder später ins Schleudern geraten. Flexibel auch beim Zuhören zu sein, bedeutet, dass man verschiedene Arten des Zuhörens, der Situation entsprechend einsetzen kann. Der Notizblock mag die richtige Strategie sein, während ein Kunde über seine Unternehmensgestaltung spricht. Kommt allerdings eine Mitarbeiterin völlig aufgelöst in ihr Büro, kann sich dies als absolut kontraproduktiv erweisen.

Auch Zuhören ist eine Fähigkeit die man lernen und trainieren kann. Wenn Sie selbst testen wollen, ob Sie ein guter Zuhörer sind, beantworten Sie folgende Fragen. Je öfter Sie allerdings zustimmen, umso mehr sollten Sie sich dann in der Kunst des Zuhörens noch üben.

 

 

Verhaltensweisen

 Ja 

Nein

Fallen Sie anderen ins Wort, unterbrechen Sie andere häufig? 

Vervollständigen Sie die Sätze anderer?   
 
Wechseln Sie das Thema, um die eigene Erfahrung besser zur Geltung zu bringen?   
 
Checken Sie während der andere spricht, Termine am PC?  
 
Lesen Sie während der andere spricht, E-Mails?   
 
Denken Sie während der andere spricht, schon an Ihre nächste Rede? 
 
Starren Sie während der andere spricht, in Ihre Aktentasche?   
 
Tun Sie so, als hörten Sie zu, indem Sie wissend mit dem Kopf nicken?  
 
Hören Sie immer auf dieselbe Weise zu?   
 
Hören Sie bei Menschen, die arm oder erfolglos aussehen oder aus Ländern kommen, gegen die Sie aus irgendwelchen Gründen eine Abneigung haben, nicht genau hin?    
 
Legen Sie während der andere spricht Ihren Kopf auf Ihre Hände?   
 
Schauen Sie während der andere spricht, öfter auf die Uhr?  
 
 
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