G wie Gefühle
Kaum ein Begriff, der auslöst wovon er spricht: Gefühle, gute wie schlechte, sind in Gesprächen allgegenwärtig. Trotz dieser Omnipräsenz treiben wir mitunter einen seltsamen Umgang damit.
Gefühle sind etwas, das wir wie selbstverständlich auf den Bereich unseres privaten Lebens verschieben und den wir in unserem beruflichen Alltag nur allzu gerne ausklammern würden. Das ist grundsätzlich nicht falsch. Allerdings kann das völlige Negieren der Gefühlsebene nur ein frommer Wunsch sein. Denn bei allem, was wir mitteilen und ebenso bei allem, was wir wahrnehmen, können wir diese Wahrnehmungsebene nicht einfach ausschalten.
Nun ist unsere Empfehlung keineswegs, immer und alles mitzuteilen was Sie fühlen. Auch die stille Freude über einen gelungenen Geschäftsabschluss, kann etwas sehr Schönes sein. Wenn Sie sich allerdings mehrfach über mangelnde Leistungen Ihrer Mitarbeiter ärgern, oder mit unverschämten Forderungen von Kunden konfrontiert werden, wird es irgendwann zu dem Punkt kommen, an dem Sie Ihrem angestauten Gefühlshaushalt ziemlich unkontrolliert Luft und Raum verschaffen. Meist passiert das dann in den denkbar ungünstigsten Momenten. Ihre Umgebung reagiert dann vielleicht so: „Was hat er denn plötzlich? Bisher hat Ihn das ja auch nicht aufgeregt!“
Unsere Empfehlung lautet: Gefühle gehören ausgesprochen und angesprochen!
Natürlich nicht nach dem Prinzip des Dampfablassens. Sortieren Sie in einer Verschnaufpause, was und wie viel Sie von Ihrer Enttäuschung oder Ihrem Ärger mitteilen wollen. Ihr Gesprächspartner merkt im Normalfall sowieso, dass bei Ihnen dicke Luft herrscht. Wenn Sie ihm mitteilen, was sein Verhalten bei Ihnen auslöst, haben Sie weitaus bessere Chancen, ein vernünftiges Gespräch zu führen und wieder zu einem kooperativen Miteinander zu finden.
Genauso sollten Sie anderen auch ehrliche Freude oder Zufriedenheit mitteilen:
- Ich freue mich, dass wir Sie in Zukunft zu unseren Kunden zählen dürfen.
- Ich bin sehr stolz darauf, dass wir ein so spannendes Unternehmen wie Ihres, seit Jahren auf dem erfolgreichen Weg begleiten dürfen.
- Ich bin glücklich, Mitarbeiter, wie Sie in unserem Team zu haben.
- Ich bin dankbar, dass wir in diesen schwierigen Zeiten auf unsere
Mitarbeiter zählen können.
Sagen Sie einmal öfter, wie es in Ihnen ausschaut und achten Sie darauf, wie andere sich fühlen. Sie werden staunen wie bereichernd und ehrlicher Kommunikation dadurch wird.

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