Wie das Miteinander Reden gelingen kann
11 Merkmale für den Erfolg
1. Klarheit
2. Ich berücksichtige die Umstände und die Situation
Stellen Sie sich vor, sie wären gerade auf dem Weg zu einem sehr wichtigen Kunden. Einer Ihrer Mitarbeiter will justament in diesem Augenblick eine wichtige Entscheidung von Ihnen haben. Wie leicht fällt Ihnen das Entscheiden in dieser Situation? Wie geduldig werden Sie zuhören können? Sie sind mit Ihren Gedanken bereits bei dem bevorstehen Gesprächstermin.
Wie oft führen Sie Gespräche mit Ihren Mitarbeitern, Freunden, Partnern während diese bereits auf dem Sprung ganz woanders hin sind? Welche Umstände können Sie berücksichtigen, aber welche auch nicht?
3. Ich kann Zuhören
Das Zuhören ist meiner Erfahrung nach die weitaus schwierigste Kunst am Kommunizieren. Wir alle leiden unter einem automatisierten Reflex ,uns zu rechtfertigen und unsere Meinung zu verteidigen. Wir alle hören uns gerne reden und besonders wenn das Thema heikel wird, lassen wir keine Abzweigung aus, um weiter abzuschweifen. Nur Übung, Übung und nochmals Übung macht uns hier zum Meister.
4. Ich gebe etwas von mir preis
Manchmal wundern wir uns, wenn andere sich uns nicht mitteilen. Was aber geben wir Preis, von dem was uns bewegt? Nur um unser Gesicht nicht zu verlieren, schweigen wir. Um einer ehrlichen und offenen Konfrontation aus dem Weg zu gehen, schlucken wir unseren Ärger hinunter. Wir verlangen von anderen Offenheit und erwarten uns, dass unser Wunsch erfüllt wird, obwohl wir selbst mauern und unsere Gefühle abkapseln.
5. Ich weiß, was ich sagen will
An dieser Stelle verweise ich auf das Konzept des inneren Teams, das von Friedemann von Schulz stammt. Es ist bestens geeignet aufzuzeigen, dass die innere Klarheit zu schwierigen Themen keineswegs die normale Ausgangslage ist. Allerdings ist genau dieser „Einklang mit sich selbst“, wie er es nennt, die entscheidende Voraussetzung, um zu wissen, was ich dem anderen mitteilen will. „Was ist meine Meinung dazu?“, muss zuerst einen komplizierten inneren Klärungsprozess durchlaufen.
6. Ich beziehe Standpunkt und stehe dazu
Eben dieser unter Punkt 5 genannte innere Klärungsprozess führt dazu, dass ich in schwierigen Gesprächen einen tragfähigen Standpunkt haben kann und bereit bin, diesen auch zu vertreten. Erst dann sind wir bereit in der Ich-Form darüber zu sprechen und nicht ständig Fassadentechniken wie „man“, „es“ oder auch ein verallgemeinerndes „wir“ zu verwenden.
7. Ich wünsche mir
Wünsche, Erwartungen und Forderungen kann man erfüllen, wenn man will. Vorwürfe allerdings machen das nahezu unmöglich. Wenn wir wollen, dass andere Menschen sich ändern und anders verhalten, sollten wir diese Weisheit ernst nehmen. Was so einfach klingt, hat doppelten Boden: Ich muss wissen, was ich will und ich muss den Mut haben es auch zu sagen. Vergleichen Sie dazu auch den Hinweis unter Punkt 5. Wenn wir selbst mit Vorwürfen und Anklagen konfrontiert sind, sollten wir alles daran setzen, eine Übersetzungsleistung zu vollbringen. Hinter den verbalen Angriffen kann man, mit entsprechend gutem Willen, häufig eine Bitte oder einen Wunsch finden. Wenn unsere Partner uns Vorwürfe machen, dass wir zu viel Arbeiten, so kann die Übersetzung dazu lauten: Ich möchte gerne mehr Zeit mit dir verbringen.
8. Ehrlichkeit
In Verhandlungen glauben wir häufig, mit einer geschickten Taktik mehr erreichen zu können. Meine eindeutige Empfehlung lautet: Bleiben Sie ehrlich. Was sie mit List und Gerissenheit bekommen können, hat nicht unbedingt Bestand.
9. Ich bleibe konkret
Auch wenn die Themen in Gesprächen heikel sind, bleiben Sie konkret. Ja, das braucht Mut. Mut zur Deutlichkeit. Ausweichen und um den heißen Brei reden haben noch nie zu erfolgreichen Gesprächen geführt.
10. Ich spreche mit Dir
Schauen Sie sich einmal in Ihrem Bekanntenkreis um. Kennen Sie Eltern von schulpflichtigen Kindern? Geht es Ihnen auch so, dass sehr schnell die Schule oder vielmehr die unfähigen Lehrer zum Thema gemacht werden? Wir kennen viele Geschichten solcher Lehrer. Manchmal frage ich mich; wer aller schon von deren Unfähigkeit weiß, bevor sie selbst davon erfahren. Viel wird hinten herum erzählt. Tratsch und Klatsch sowie üble Nachrede haben den Vorrang, lange bevor mit den „Vorverurteilten“ direkt gesprochen wird. Das sollte uns nachdenklich machen.
11. Achtung und Wertschätzung
Das sind zwei Werte, die wir uns in Gesprächen jedenfalls wünschen. Damit uns unsere Gesprächspartner derart entgegenkommen, ist ganz einfach: Wir müssen nur selbst damit beginnen.
