Kennen Sie mich?

Die Bedeutung des persönlichen Namens

Mit zunehmender Größe werden Unternehmen auch zunehmend unpersönlicher. Eine Möglichkeit sie persönlicher zu machen besteht darin, die Kunden, die Mitarbeiter, die Lieferanten bei ihrem Namen zu nennen.

Eine der wirksamsten und ohne weitere Kosten verursachende Möglichkeit, andere Menschen für sich zu gewinnen, besteht darin, dass sich an ihren Namen zu erinnern. Überlegen Sie selbst, bei welchen Gelegenheiten Sie mit Ihrem persönlichen Namen angesprochen werden und was Sie dabei empfinden.

Manchmal mag das Erstaunen bei Ihnen auslösen, oder auch Bewunderung: Wow! Nach so langer Zeit kennt mich der Inhaber des Restaurants mich noch. Er weiß sogar noch meinen Namen? Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass Menschen sich freuen, wenn man sie kennt oder wieder erkennt.

Der Name eines jeden Menschen ist - fast - so einmalig, wie er selbst. Das sollten wir nie vergessen, wenn wir mit Menschen zu tun haben. Sich an den persönlichen Namen zu erinnern, bedeutet sich an den jeweiligen Menschen selbst zu erinnern.

Schlechtes Namensgedächtnis?

Viele Menschen meinen dazu: Ja guter Ratschlag, nur ich habe mit so vielen unterschiedlichen Menschen den ganzen langen Tag zu tun, das ich mich wirklich nicht an alle erinnern kann. Das macht es in der Tat nicht einfach. Wie schaut es aber aus mit den Namen von Menschen, die uns interessieren? Wenn Sie ein Fußballfan sind, kennen Sie die Namen der Spieler Ihrer Lieblingsmannschaft – alle? Wenn Sie ein Filmfan sind, wie können Sie sich all die Namen der Schauspieler merken?

Das Gedächtnisproblem hat häufig mit unserem Gedächtnis weniger zu tun, als uns lieb ist. Vielmehr ist es ein Thema unserer Wahrnehmung. Alles was uns wirklich interessiert, nehmen wir intensiv wahr. Dieses intensive Wahrnehmen ist die Voraussetzung, dass Informationen und Wissen überhaupt in unser Gedächtnis gelangen. Das Gedächtnisproblem ist demnach nicht die Ursache, sondern das Ergebnis. Wir würden gerne glauben es liegt an unserem schlechten Gedächtnis, aber in Wahrheit liegt es an unserem Interesse.

Mein Name ist wichtig, also bin auch ich wichtig

Jede Auseinandersetzung mit dem Namen einer Person, ist immer auch eine Auseinandersetzung mit der Person selbst. Wer – Kunde, Mitarbeiter, Partner, Kinder …. - wäre nicht erfreut, wenn wir uns seinetwegen Gedanken machten?

Wer sich den Namen eines anderen merken kann und ihn im Gespräch immer wieder einmal ausspricht, macht dem Angesprochenen ein diskretes, aber wirkungsvolles Kompliment. Wer hingegen die Namen seiner Gesprächspartner vergisst, schreibt, vergibt sich viele Sympathien.

Wie bedeutsam der Name eines Menschen sein kann, können wir am Beispiel von Künstlern am besten sehen. Sich einen Namen zu erarbeiten, bedeutet hier häufig zugleich, dass der Wert der angebotenen Kunst steigt. Salvador Dali ging am Ende seines Lebens derart spielerisch mit seinem Namen um, dass er es sich erlauben konnte, weiße Blätter zu signieren und diese zu verkaufen. Dabei stand es dem Käufer frei, das weiße Blatt zu bemalen, das den Namen Dali trug.

Mit Namen spielen

Wenn Sie jemanden das erste Mal treffen, bietet sich die Gelegenheit nach dem Namen zu fragen. Nützen Sie diese Gelegenheit und sprechen Sie, den für Sie neuen Namen gleich nochmals aus – reichen Sie Ihrem Gesprächspartner dazu die Hand. Versuchen Sie nun zu den einzelnen Buchstaben des Namens Bilder zu assoziieren.

Ein Beispiel, welche Bilder mir zu einer Teilnehmerin eines Seminars, mit dem Namen Astrid einfallen: Aufmerksame Seminarteilnehmerin, die gerne „Smiled“  (auch Fremdsprachen sind erlaubt). Spielt in ihrer Freizeit Tennis und geht ab und zu auch einmal Reiten. Liebt Indische Küche und will in unserem Grundlagenseminar lernen sich gegen Dauerquassler durchzusetzen.

Unser Gehirn ist auf assoziatives Denken ausgelegt – daher merken wir uns leicht, was wir selbst assoziieren. Bilder haben den Vorteil, dass wir sie uns leichter und vor allem länger merken. Hier hilft uns wieder die Funktionsweise unseres Gehirns. Unsere Gedanken und Ideen drücken sich in Bildern, Zeichnungen, Skizzen aus. Denken Sie zum Beispiel an das Träumen. Ein Vorgang, der völlig ohne unsere Anstrengung und vor allem ohne unsere Steuerung abläuft. Niemand liest seine Traumgeschichten als fortlaufenden Text, jeder sieht Bildgeschichten – unbewusst.

Noch eindrücklicher wird das Ganze, wenn Sie Gelegenheit haben, auf einem Blatt Papier ein so genanntes Namensbild zu entwerfen. Jeder Buchstabe bekommt ein Symbol oder einen assoziierten Gedanken zugeordnet. So haben Sie zum akustischen zusätzlich noch ein visuelles Bild. Alle Gedanken, die sie hier notieren, beziehen sich zu 100% auf den Namen der Person, und damit auf diese selbst.

Natürlich braucht das ein bisschen Übung und wie der Volksmund sagt: Aller Anfang ist schwer! Aber nur der Anfang, füge ich hinzu!

Wozu der Aufwand?

Stellen Sie sich vor, Sie treffen diesen Menschen wieder und in der Zwischenzeit haben Sie erfahren, dass dieser Mensch gerade ein Haus planen will – ist das wichtig für Sie, wenn Sie Architekt sind? Was glauben Sie, wie wird er reagieren, wenn Sie sich an seinen Namen erinnern und ihn damit ansprechen?

All das braucht Zeit und Übung, aber gute Manieren setzen sich aus kleinen Opfern zusammen.

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